Unglaublich!

(Version 4.0, Sorry an D., den ich nicht angreifen wollte) Habe vorhin mit einem derzeit krankgeschriebenen Kollegen telefoniert. Der ist fest angestellt, und hat jetzt absolut den Hals voll: Heute tauchte bei ihm zu Hause ein Programmierer der Firma auf. Soweit hätte ich nix gesagt – der Arbeitgeber darf ja kontrollieren, ob jemand wirklich krank feiert ist oder nicht.

Nur ging es überhaupt nicht um Kontrolle, sondern darum, dass mein krankgeschriebener Kollege dem Programmierer gesagt und diktiert hat, wie Sachen zu entwickeln sind. Das ist natürlich die schiere und pure Doofheit – auf der Seite des krankgeschriebenen Kollegen. Ich hätte den Besuch achtkantig rausgeworfen. Urlaub Krankheit ist nun mal Krankheit.

Zumindest bekommt der Begriff Tippsklave da eine ganz neue Bedeutung…

5 Comments so far

  1. Hannes Preishuber on September 9th, 2006

    aus Sicht des Arbeitgebers sehe ich das anders. Leider kennen deutsche Ärzte nicht den kleinsten Skrupel beim krankschreiben. Ich hab das aus meiner Angestelltenzeit noch erlebt, alleine die Aussage ich hab da einfach keine Lust hinzugehen reicht für ne Woche. Die Frechheit dabei ist, das dies der AG zu bezahlen hat. Das dann die Kollegen drunter leiden ist der nächste Kritikpunkt. Schliesslich bleiben dann Dinge liegen von denen keiner weis.
    Eine Krankmeldung als Urlaub einzustufen halte ich für Grundfalsch. Es sollte eine mehrstufige Krankmeldung geben: von darf nur sitzen (weil Bein gebrochen) bis total arbeitsunfähig (weil im Koma)
    In Summe halte ich die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für falsch. Ein selbstständiger wird da auch ganz andere Maßstäbe an sich selbst anlegen. Sehen kann man das ganz gut in den Krankmeldungen der Branchen, je mehr Kündigungsschutz desto mehr krank (ausnahmen gibts).
    Fazit: der deutsche Wohl- und Sozialstatt ist am Ende, es wird nur von den meisten nicht gesehen.

  2. Thomas on September 9th, 2006

    Sorry, aber: krank ist krank. Wenn der gelbe Zettel einflattert, hat der Arbeitgeber still zu halten. Es geht ihn auch überhaupt nichts an, was sein Arbeitnehmer während der Zeit tut, solange er nachher wieder verfügbar ist und das Ganze nicht erkennbar zur Belastung wird.

    Mal davon abgesehen ist man als AG ja neuerdings sowieso verpflichtet die Umlage zu zahlen, und bekommt den Ausfall somit noch vergütet.

    Ergo: ich hätte auch nur müde gelächelt und den Kollegen Programmierer gar nicht erst reingelassen.

  3. Hannes Preishuber on September 10th, 2006

    “Mal davon abgesehen ist man als AG ja neuerdings sowieso verpflichtet die Umlage zu zahlen, und bekommt den Ausfall somit noch vergütet.”
    das ist ein Irrtum: erst nach 6 Wochen, gibts das Geld von der Krankenkasse für den AG

  4. Thomas on September 10th, 2006

    Das ist schlichtweg falsch.

  5. Hannes Preishuber on September 27th, 2006

    nach Feedback unserer Steuerjungs: Thomas hat zum großteil recht: seit 1.1. wurde die U1 Umlage erhöht die an die Krankenversicherung zu zahlen ist. Dafür erhalt der Arbeitgeber ca 60-80% des Ausfalls rückvergütet (nach Antrag)

    Ich muss hinzufügen das ich das verurteile weil es nichts anderes als eine weitere Umverteilungspumpe ist. Firmen die gesunde Mitarbeiter haben ( aus welchen Gründen auch immer) transferieren ihr Geld an Firmen mit krank(geschriebenen) Mitarbeitern. Mir ist da eine Zahl aus einer Telekom Transfergesellschaft im Kopf in der fast 50% der Mitarbeiter dauerhaft krank sind.