APPLE: MacBook Pro – Die ersten zehn Tage

Ich weiß, es sind noch keine zehn Tage, sondern erst neun. Na und, “zehn” klingt schlicht besser…

In den letzten Tagen habe ich das MBP sehr intensiv genutzt – was Wunder, es ist ja auch mein primäres Notebook. Als Hauptsystem läuft hier Mac OS X 10.5, alle Patches und Updates sind eingespielt. Auf der Windows-Partition tummelt sich ein Vista, das ich aber – wenn ich ehrlich bin – erst zwei Mal angeworfen habe: Einmal zur Installation und einmal per VMWare, um es als Bootcamp-Partition zu missbrauchen.

Leistungsmäßig fällt mir zum Gerät eigentlich nur eines ein: Es rockt. Man kann es nicht anders bezeichnen – alles läuft flüssig und schnell, dennoch bleiben die Lüfter meistens aus. Vista meldet einen Leistungsindex von 5.2 – und der ist der Grafikkarte “geschuldet”, alle anderen Bewertungen liegen teils deutlich höher. Das Display ist die absolute Krönung – speziell, wenn man es mal mit den meisten anderen Notebook-Displays vergleicht: Eine unglaubliche Farbstabilität, auch wenn man von der Seite schaut, sehr hell, keine Pixel-Fehler, äußerst angenehme Auflösung. Apropos Auflösung: Ich werd wohl meinen stationären Monitor austauschen müssen, ich möchte nie wieder mit weniger als 1400×900 Pixeln arbeiten.

Zur Temperaturentwicklung: Auch im laufenden (Entwicklungs-) Betrieb wird das Gerät an der Oberfläche nicht zu heiß. Wenn man es auf dem Tisch betreibt, gibt es keinerlei Probleme. An der Unterseite ist es ziemlich warm, aber mit Hose oder einem Kissen dazwischen o.ä. kann man es auch auf den Oberschenkeln abstellen.

Die Akkulaufzeit ist ebenfalls sehr positiv: Schon bei einem nicht trainierten Akku habe ich beim Entwickeln knapp dreieinhalb Stunden erreicht. Das ist allemal besser, als alles, was mir in den letzten Jahren untergekommen ist. Ein Zweitakku ist für cirka 90 bis 120 EUR erhältlich, das ist durchaus im Rahmen.

Zur Haptik: Das Notebook ist edel. Punkt. Das Aluminium macht enorm was her, ist widerstandsfähig und sehr leicht zu reinigen. Das Tastaturlayout passt auch, die Tastatur liegt definitiv im vorderen Mittelfeld aller von mir bisher benutzten Tastaturen. Das Schreibgefühl ist sehr angenehm. Einziger Kritikpunkt hier: Die Tasten hätten ruhig noch ein wenig größer ausfallen können.

Installation von Software ist Apple-typisch unproblemtisch. Nativ laufen hier Office 2008 Standard, Photoshop Elements 6, VMWare Fusion 1.3 (ich hatte auch mal die 2.0er Beta 2 drauf, die ist aber noch recht instabil), iWorks 08, das iLife-Paket (iTunes, iPhoto, …) und diverse andere Programme (und zum größten Teil laufen die parallel). Entwickelt wird in der VM, das funktioniert aufgrund der schon im Prozessor eingebauten Virtualisierung beeindruckend gut. Einziges Manko: Aero Glass lässt sich in einer Vista VM leider nicht aktivieren, das liegt aber an der von VMWare bereitgestellten virtuellen Grafikkarte, die einfach keine Pixel Shader beherrscht (nein, auch bei Fusion 2 nicht).

Online geht es per WLAN (klar) und HSDPA-Stick (T-Mobile) bzw. HSDPA-Express-Karte (Vodafone). Um nicht ständig die proprietären Treiber und Software-Lösungen der Netzbetreiber nutzen zu müssen, habe ich ein wenig Geld in die Software launch2net investiert, die für alle Netze und die meisten aktuellen Sticks und Karten entsprechende Treiber und Einstellungen mitbringt. Ebenfalls sehr angenehm in der Nutzung.

Was noch? Ach ja: Windows… Nö, beim jetzigen Stand will ich nicht zurück. Das ist die kurze, klare und knappe Ansage. Alles, was nicht mit .NET-Entwicklung zu tun hat, läuft nativ auf dem Mac (inklusive XCode und dem iPhone-SDK), Visual Studio 2008 in einer 2003er VM, Vista gibt es für diverse Buchprojekte (samt der entsprechenden Screenshots) auch noch. Aber nach zehn (neun) Tagen Mac pur bleibt festzuhalten:

Ja, es funktioniert. Ja, das Notebook ist absolute Oberklasse. Ja, ich bleibe erstmal dabei.

1 Comment so far

  1. Jan on August 27th, 2008

    Hallo Karsten, ich habe den Schritt zum Mac auch schon vor 2 Jahren gewagt und nach und nach meine Hardware zu Hause mit Macs ausgetauscht. Vom MacMini über das MacBook zum iMac. Windows läuft immer weniger bei mir zu Hause. Allerdings verdiene ich mit .NET mein Geld, und das baut nun mal, von Mono mal abgesehen, auf Windows auf. Ich fürchte, desto weniger man das Betriebssystem verwendet, desto weniger geübt ist man bei den täglichen Features, die man so unter Windows braucht. Ich denke da nur an die Windows Powershell. Die ist mehr als interessant, aber es fehlt mir eigentlich die Zeit und auch etwas der Zweck, wo zu Hause ja das meiste unter MacOS gemacht wird. Da ist da schon AppleScript interessanter. Ein bisschen steckt man da schon in der Zwickmühle, worauf man sich mehr konzentrieren soll. Oder wie geht es Dir da?