OCH NÖ: Eine Bahnfahrt…
…die ist nervend, speziell diese Bahnfahrt.
Ich fahre gerne und viel mit der Bahn. Aber die hier ist zum abgewöhnen. Das Szenario: 5.38 Uhr mit dem ICE nach Köln. Aufstehen um 4.15 Uhr, da ja Schneefälle angekündigt sind. Taxi kommt um 4.45 Uhr – und es hat logischerweise nicht geschneit. Also stehe ich frierend eine halbe Stunde auf dem Bahnhof, was ich aber gerne akzeptiere.
Der ICE, der dann kommt, ist ein unrestaurierter ICE 2. Der hat nur an den Tischen Steckdosen, und zwar genau eine einzige Steckdose. Also stecke ich meinen Stecker rein – schließlich muss ich ja arbeiten. Der Zug fährt ab, an der nächsten Station (noch in Berlin) steigt mein Gegenüber ein. Erste Frage: “Darf ich nachher den Strom mal haben, der Akku meines Notebooks hält nicht so lange”. Klar, ich bin ja stolzer MacBook Pro-Besitzer – mein Akku hält mindestens zweieinhalb Stunden unter Last.
Doof nur, dass der Akku meines Gegenübers schon seit sechs Uhr alle war. Langsam geht also mein Saft zur Neige, und der Kollege macht keinerlei Anstalten, seinen Stecker mal aus der Steckdose zu nehmen. Nicht weiter schlimm, ich bin ja um kurz nach zehn in Köln und es sind nur noch eineinhalb Stunden zu fahren. Ach neee, bin ich nicht: Direkt nach Berlin-Spandau (dort, wo der Kollege einstieg) hatten wir einen Bremsenschaden – und standen eine halbe Stunde. Also ist hier in zwanzig bis dreißig Minuten für mich Schluß und ich sitze dann etwa ein Stunde völlig unproduktiv rum (abgesehen davon, dass ich ohnehin nicht produktiv bin, wenn ich zu so nachtschlafender Zeit raus muss).
Auch das wäre alles halb so schlimm, hätte sich nicht in Hannover eine ungehobelte, unfreundliche, dicke Frau neben mich gesetzt. Grundsätzlich habe ich nichts gegen derartige Menschen, es sei denn, sie fangen an, streng zu riechen und essen komisches, ebenfalls streng riechendes Essen. Und fahren mit mir bis Köln. Und selbstverständlich tut mein Exemplar das, logisch.
In diesem Sinne freue ich mich schon auf die nächsten zwei Stunden. Juhu.
Update: Ja, der Rest der Bahnfahrt war prima: Die dicke Frau begann ein wenig später, eine Mitarbeiterin vor allen Mitfahrern zusammen zu sch***en. So richtig gründlich. Anschließend schlief sie ein. Ihr Kopf sackte dabei regelmäßig auf meine Schulter. Den Sabber erwähne ich besser nicht. Wenigstens muss man sagen, das sie die Zwiebeln, die sie gegessen hatte, wohl schon gestern zu sich genommen hat – es roch ein wenig abgestanden.
Mit nur knapp fünfzig Minuten Verspätung erreichten wir dann Köln. Ab hier lief alles bestens: Ich habe meine Fahrkarte für die Rückfahrt im Zug vergessen, der Taxifahrer hatte miese Laune und mein Meeting dauerte vielleicht eine Stunde.
Wenigstens habe ich jetzt einen neuen Fahrschein und sitze – noch – alleine am Tisch im ICE zurück nach Berlin.
Könnte mal jemand die Fahrpreise erhöhen, bitte?
