GOOGLE: HTC Dream / T-Mobile G1 eingetroffen

Ätsche, bätsche. Ich habs schon in den Händen. Und jetzt lassen wir mal die Datenschutzprobleme des großen Kraken großen Bruders Anbieters außen vor: Es ist für sich ein ziemlich cooles Stück Telefon, was T-Mobile ab dem 02.02. in Deutschland anbieten wird.

g1 Man kann sich das G1 so ein wenig wie eine wilde Mischung aus iPhone (Browser, Scrolling, etc.), Windows Mobile (Push-E-Mail, freie Installation von Software) und eben neuen Android-Features vorstellen. Gehäusetechnisch ist es minimal länger als das iPhone, etwas dicker (naja, fast doppelt so dick wie ein iPhone 3G) und etwas schmaler. Es besteht nicht aus so edlen Materialien wie das Apple-Telefon, sondern aus Plastik, Plastik, Plastik. Dennoch fasst es sich recht wertig und angenehm an – und es verfügt über eine vollwertige Tastatur. Die allein ist es schon wert, das Gerät zu kaufen, denn diese Tastatur ist schlicht gesagt das Beste, was mir in den letzten zwei, drei Jahren an Mobiltelefontastaturen über den Weg gerannt ist. Für die Kenner: IMHO ist nur die Tastatur vom JasJar (MDA Pro) besser.

Zur Software: Android ist … hmmmm … anders. Irgendwie noch unfertig (keine Bildschirmtastatur, was manchmal nervend wirkt, markieren mehrerer E-Mails zum gleichzeitigen Löschen oder als gelesen markieren geht schlicht nicht), aber irgendwie auch absolut komplett – die Applikationen sind wie aus einem Guss, man kann sofort loslegen, der Browser verwendet die gleiche Rendering-Engine, wie der Safari vom iPhone, Copy & Paste funktionieren überall, die Synchronisation mit den Google-Diensten (Achtung: Datenschutz!) funktioniert schlicht reibungslos. Der Benachrichtigungsbereich am Kopf der Seite ist eine geniale Erfindung.

Bedienungstechnisch gibt es beim Android keine Probleme: Ein langer Druck auf den Bildschirm oder den Trackball (übrigens: normalerweise hasse ich Trackbälle, aber der tut einfach) und ein lokales Kontextmenü geht auf. Ein Druck auf die Menütaste führt zum allgemeinen Kontextmenü (blöd zu erklären – das lokale Kontextmenü bietet beispielsweise das Kopieren oder Einfügen von Texten an, das globale Kontextmenü erlaubt das Beantworten einer E-Mail). Diese Bedienung zieht sich komplett durch, funktioniert also in jedem Programm im ganzen System. Nebenbei: Das System ist komplett fingerbedienbar – anders als etwa Windows Mobile…

Verglichen mit Windows Mobile sind speziell im geschäftlichen Bereich Abstriche zu machen – eine Synchronisation mit dem Exchange-Server etwa gibt es schlicht nicht. Anders als etwa das iPhone ist das G1 im Multimedia-Bereich nicht besonders stark – die iTunes-Welt etwa fehlt, auch wenn sich MP3s im Amazon-MP3-Store kaufen lassen. Wo es aber besonders stark ist: Im Messaging-Bereich, dank GMail-Integration und der netten Tastatur.

Ist das G1 empfehlenswert? Wenn man die Datenschutzprobleme außen vor lässt: Ja. Es ist eine coole Alternative zum iPhone, wenn man nicht den Musik-Aspekt betont. Es ist besonders im privaten Bereich eine Alternative zu den Windows-Mobile-Geräten, da es sich deutlich leichter bedienen lässt. Im Geschäftsumfeld kann es jedoch (noch) nicht mithalten. Will und soll es aber auch nicht – speziell dann nicht, wenn man sich die T-Mobile-Tarife fürs G1 ansieht.

2 Comments so far

  1. Thomas on Januar 26th, 2009

    Und jetzt bitte noch das Neue von Palm testen, danke :-)

    P.s.: Exchange ist natürlich ein Killer-Feature, ähnlich wie der iPod für mich. Aber wenn sie schlau sind, handeln sie nicht so restriktiv wie die Apfelbauern und erlauben Drittanbietern entsprechende Anwendungen dafür zu entwickeln. Bin gespannt.

  2. Karsten on Januar 27th, 2009

    Sobald ich das Palm Pre in den Pfoten habe, teste ich es auch. Oder anders gesagt: Wenn es vorbestellbar ist, werde ich es auch sofort vorbestellen. Ich will das Ding nämlich auch haben!

    Zum Thema “Exchange”: Technisch wird es kein Problem sein, eine komplette Exchange-Anbindung umzusetzen. Im Android-Store scheint es keine derartigen Einschränkungen wie beim iPhone-AppStore zu geben – es gibt da momentan eher nur das Problem, dass Applikationen derzeit kostenlos sein müssen. Und damit ist natürlich an ein geeignetes Geschäftsmodell für eigene Implementierungen nicht zu denken.

    Aber das wird kommen. So lange ist das G1 ein ziemlich cooles Messaging-Gerät, aber eben kein WM-Ersatz oder kein iPhone-Ersatz. Es steht in seiner eigenen Nische.