#Politik: Bestandsaufnahme

Es gibt ein echtes Problem für mich: Keine der potentiell in Frage kommenden Parteien macht mich derzeit glücklich. Hier die Gründe für die vier größten potentiellen Kandidaten:

  • SPD: Abgehalftert. Reif für die Auflösung. Selbstdarsteller und Karrieristen, an der Spitze dann solche Müntemeier-Typen – starke Sprüche, hinterhältiges Handeln, aber letztlich zu nix zu gebrauchen.
  • Grüne: Interessantes Programm, besonders der Umweltschutz-Aspekt gefällt mir. Haben sich aber durch die Politclowns an der Spitze und die unbedingte Verankerung im System einigermaßen unglaubwürdig gemacht. Wo sind denn die ehemaligen Bürgerrechtler, wo ist das Bündnis 90?
  • Linke: Ebenfalls interessantes Programm. Haben aber Lafontaine an der Spitze und werden immer fundamentalistischer. Utopische Forderungen (10,00 EUR Mindestlohn, Austritt aus der NATO), Sarah Wagenknecht. Sind irgendwie zwischen Regierung und Opposition hin- und hergerissen.
  • Piratenpartei: Sympathisch. Neue In-Partei. Sind aber monothematisch aufgestellt und werden deshalb immer nur eine Splitterpartei bleiben, die deshalb auch prima von den etabliert Parteien ignoriert werden kann. Damit sind sie keine echte Alternative, denn am Ende des Tages will man ja etwas verändern und tatsächlich etwas gestalten.

So, gibt es sonst noch ernsthafte Alternativen? Mir fällt nichts ein. Ich suche eine Partei, die eine Mischung aller vier Parteien darstellt:

  • Links der Mitte, wie die SPD es mal war
  • Ökologisch, wie die Grünen es sind
  • Sozial, wie die Linke
  • Netzpolitisch auf dem Laufenden, wie die Piraten

Und das gibt es derzeit nicht. Würde es sowas geben, dann wäre es eine echte Alternative, da bin ich mir sicher.

Und wenn es etwas nicht gibt, was macht man da…? Richtig.

Mitmachen!

2 Comments so far

  1. Dominic on Juli 4th, 2009

    Tja, was soll man da machen?
    Ich bin selber noch SPD-Mitglied kann mich aber seit einiger Zeit nicht mehr mit der Richtung die da eingeschlagen wird anfreunden. Leider habe auch ich zuwenig Zeit mich aktive in der Partei zu engagieren um etwas ändern zu können.

    Also ich hätte da Interesse mitzumachen und würde mich über weitere Infos freuen.

    Gruß
    Dominic

  2. Hannes Preishuber on Juli 14th, 2009

    eine meiner seltenen politischen Äußerungen.
    Ich bin nicht links der Mitte, ich bin eher liberal, wenig Staat viel pers. Freiheit und gestatlungsmöglichkeiten.

    Parteien werden immer mehr zu Erfüllungsgehilfen von Interessensgruppen. Entsprechend zersplittert die Parteienlandschaft. Die Zeit der “großen” ist vorbei. Jede Bürgerinitiative gegen die Autobahn nebenan mobilisiert viel besser und nachhaltiger als eine “Mindestlohn Kuh” durchs Dorf zu treiben. Für mich haben alle ( von Linken bis zu NPD) Parteien hoch unsinniges im Programm und eigentlich alle auch was sinnvolles. Nur wieso soll ich jemanden 4 Jahre, basierend auf Lügen und Halbwarheiten von 3 Monaten Wahlkampf die Entscheidungsgewalt in die Hände geben? das macht doch keinen Sinn. Ehrliche Politiker werden nicht gewählt oder abgesägt. Populisten mit unhaltbaren Forderungen auf Schild gehoben. Für mich ein gutes Beispiel ist Stoiber vs Seehofer. Wer hat faktisch wirklich bessere Resultate erzielt. Ich spreche nicht Wählerstimmen. Also wie geht es weiter?
    Es werden im zunhemenden maße “Schill” oder “Pauli” Parteien für kürzere Zeit über die 5 % Hürde springen. Die größeren Parteien werden sich einrichten nenneswerte RandWählerschichten direkt zu addressieren (Pensionisten, Harz IV Empfänger, Beamte, Unternehmer) mit unvereinbaren Zielen.
    Persönlich würde ich es bevorzugen wenn man mehr direkt per Volksentscheid machen würde. Nachteil beinflusbar von Medien insbesondere in den niederen Bildungschichten. Wer glaubt die Bild wäre hier gefährlich soll mal nach Österreich blicken. Die Kronenzeitung bringt da Regierungen zu Fall und sponsert One Man shows like “Hans-Peter Martin Partei”.
    Mein Fazit: Demokratie ist am Ende und ich werde wohl in Zukunft nur mehr die Hannes Partei wählen.