Archive for August, 2009

#Politik: Happy Birthday!

Wenn man Chef der Deutschen Bank ist, kann man seinen Geburtstag schon mal bei guten Freunden feiern. Im Kanzleramt etwa.

Details, wie etwa der fortlaufende Gewinnwahn und 25%-Rendite-Denken sind dabei nicht störend. Als armer Banker achtet man jedoch peinlich genau darauf, keine unnötigen Kosten zu verursachen. So eine Geburtstagsfeier lässt man sich dann lieber von den dummen Steuerzahlern bezahlen – sind ja reine Peanuts. Als Dank diktiert man dann der Kanzlerin das Bankenrettungspaket.

Das Pack macht es noch nicht mal heimlich. Boah, sind die selbstsicher.

#Politik: Maske fallen lassen

Ja, der die #GröFaZ hat es drauf. Sie zeigt deutlich, wie sie tickt. Sie zeigt deutlich, was sie von der Kritik an ihren Internetsperrplänen hält. Und sie zeigt deutlich, wes’ Geistes Kind sie ist.

Einfach mal anschauen, auch wenn es sehr schwer zu ertragen ist:

Und dann vielleicht noch einmal kurz über Ähnlichkeiten mit der Rhetorik ihrer Ahnen nachdenken. Und sich über ihren Vater und dessen Vorgehensweisen informieren, ggf. auch mal über den Bruder und dessen Konzern. Und dann eins und eins zusammen zählen. Und eventuell überlegen, was damit am Ende des Tages bezweckt werden soll und ob ich wirklich nur paranoid bin.

Mir wird Angst und Bange vor diesen Menschen und deren Zielen. Der Wirtschaftsbaron, den der die GröFaZ da erwähnt, der gehört zum gleichen Kreis.

Und noch einige mehr.

#Medien: Der Komplettausfall

Über den Berliner Bezirk Marzahn kann man sicherlich ganz viele verschiedene Dinge sagen, aber Wolf-Dieter Poschmann aus Köln, seines Zeichens ZDF-Sportmoderator der unerträglichen Sorte, hat den kompletten Vogel abgeschossen: Wer in Marzahn aufgewachsen sei, sei zu allem fähig, so seine Aussage am Samstag bei der Live-Übertragung von der Leichtathletik-WM.

Um es kurz zu sagen: Diese Art von Entgleisung zeigt deutlichst auf, woher Herr Poschmann kommt, wo er noch nie war, und das er als Sportmoderator schlichtweg inkompetent und untragbar ist.

Ich selbst bin im Berliner Bezirk Marzahn aufgewachsen, habe dort von 1983 bis 1996 gewohnt, die Schule besucht und den rauen Alltag gemeistert. Tatsächlich ist es einer der ärmeren Bezirke Berlins, er ist sicher nicht überall schön und er hat in jedem Fall auch Gegenden, in denen man Nachts besser nicht allein unterwegs ist. Aber er ist garantiert nicht weniger liebens- und lebenswert als andere Bezirke.

Woher Herr Poschmann sein Marzahn-Bild hat, ist mir allerdings – anders als vielen anderen Zeitgenossen – schon klar, und zwar aus eigener Erfahrung, denn bereits kurz nach der Wende haben deutsche Medien (speziell auch das ZDF) Marzahn als einen der Problembezirke Berlins und als besonders gefährliche Gegend dargestellt.

Als Schüler wurde ich (mit anderen Mitschülern zusammen) etwa von einem Team der ZDF-Sendung “Kennzeichen D” einen Tag lang begleitet, es wurden durchaus längere Interviews mit uns über den Bezirk Marzahn und unser Leben dort geführt – es sollte ein differenzierter(er) Bericht werden. Das Ergebnis? Die Reporterinnen rissen einzelne Statements aus dem Zusammenhang und vermittelten so den Eindruck, das der Bezirk nicht lebenswert, gefährlich und unwirtlich sei. Auch andere Medien verfuhren ähnlich.

Also, es ist schon klar, woher Herr Poschmann sein Bild von Marzahn hat. Unklar jedoch ist, woher er seine Blasiertheit nimmt, warum er trotz seines unerträglichen Moderationsstils weiterhin auf Sendung bleibt und wieso das ZDF verzweifelt versucht, den Fauxpas des Herrn Poschmann als Scherz darzustellen.

Andererseits wirft es einen bezeichnenden Blick auf unsere Medienlandschaft. Und auf den Zustand der Mauer in den Köpfen.

#Politik: Und raus

Ich bin raus. Ab sofort (auch wenn die das in ihren Listen vielleicht etwas anders sehen) bin ich nicht mehr Mitglied der #SPD. Ich habe mein Austrittschreiben getippt und eingetütet. Morgen geht es ab zur Post.

Über die Gründe muss ich nicht mehr viele Worte verlieren – es sind die handelnden Personen, die Inhalte, der Umgang nach Innen und nach Außen. Die Partei ist siech und krank, sie hat nicht mehr die Kraft, um Erneuerung und Veränderung voran zu treiben. Das Personal ist zweitklassig, die Weichen werden in die falschen Richtungen gestellt.

Nicht mehr mit mir. Ich mache das nicht mehr länger mit. Meine Stimme haben sie schon bei der Europawahl und der letzten Abgeordnetenhauswahl nicht mehr bekommen, zukünftig erst recht nicht mehr.

Was kommt als nächstes? Ich denke, ich werde mir die Parteiprogramme von Piraten, Grünen und den Linken einmal genauer anschauen. Die nächste Wahl steht vor der Tür.

Am 27.09. können wir die Weichen neu stellen.

#Politik: Offiziell: Deutschland ist eine Bananenrepublik

Tja, damit hat es die herrschende Clique ja endgültig geschafft: Die OSZE entsendet aufgrund der Nichtzulassung diverser kleiner Parteien zur Bundestagswahl am 27.09. das erste Mal überhaupt Wahlbeobachter nach Deutschland. Damit wurde Deutschland ganz offiziell in Stand einer Bananenrepublik erhoben.

Dem voraus gegangen war eine Groteske, wie man sie in der jüngeren deutschen Geschichte selten erlebt hat: Der (neue) Wahlleiter Roderich Egeler hatte in arroganter und selbstherrlicher Art, das Recht offensichtlich ignorierend und brechend, mehrere Parteien von der Bundestagswahl ausgeschlossen. Einspruch: Zwecklos, der darf nämlich erst nach der Wahl erfolgen. Damit sind die Parteien (AFFP, die Pauli-Partei, die PARTEI und Die Grauen) chancenlos, denn nun können sie maximal Direktkandidaten aufstellen, die sich selbstverständlich nicht durchsetzen werden.

Interessant sei an dieser Stelle ein Blick auf die Vita des Wahlleiters, denn dieser hatte zuvor einen spannenden Job: Er war Chef des Beschaffungsamts des Innenministeriums. Nochmal: Chef des Beschaffungsamts des Innenministeriums. Die Schäuble-Behörde also.

Ein Schelm, wer dabei einen Zusammenhang vermutet.

#Medien: Klare Antwort: Ja!

Es gab vor einigen Jahren eine Webseite, die konnte man mit Fug und Recht als DIE deutsche Nachrichtenwebseite bezeichnen – die hatte Informationen rund um alle relevanten Themen, Sport, etwas Klatsch und eben einfach Nachrichten, alles durchaus kritisch und kritisierend betrachtet. Diese Nachrichtenwebseite gibt es leider nicht mehr.

An die Stelle der alten Webseite ist ein neues Angebot getreten – frecherweise unter der selben Adresse, mit dem gleichen Layout, aber eben anderen Inhalten. Hier werden C-Promis (wobei das Wort "Promi" für sich schon nicht zutreffend sind, die meisten dieser Menschen sind Öffentlichkeitsprostitutierte) ganz groß heraus gebracht. Hier bestimmen Yellow-Press-Themen den Inhalt. Hier wird nicht mehr recherchiert, sondern abgedruckt. Hier gibt es kilometerlange Klick-Strecken. Hier wird der breiten Masse nach dem Maul und dem Erkenntnissstand geredet. Quasi also eine Bild-Zeitung in etwas anderer Aufmachung, aber mit dem gleichen Habitus: Wir erklären Dir die Welt, wie unsere Anzeigenkunden und unsere Werbepartner sie sich wünschen. Wir sind unkritisch, weil es Geld kosten könnte. Wir machen Politik, wenn es unseren Interessen dient.

Die Rede ist vom ehemaligen Hamburger Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL (dessen Print-Ausgabe schon seit mehreren Jahren kaum mehr lesbar ist) und seinem Online-Ableger: SPIEGEL ONLINE.

Für mich ist hier Feierabend. Ich habe keine Lust mehr auf diese drittklassige Imitation eines Nachrichtenmagazins. Ich mag nichts mehr über Kader Loth, Michael Jackson und von der schicken neuen Brille vom Wirtschaftsminister lesen. Ich will nicht mehr abgestandene und abgeschriebene Pseudo-Informationen als Nachrichten verkauft haben. SPIEGEL ONLINE fliegt hiermit aus meinem RSS-Reader heraus.

Confirmation

Die Antwortet lautet: "Ja". Einfach "Ja".

#Windows: Geduld, nur Geduld

Nun haben wir so lange gewartet, da wird es auf die letzten drei oder vier oder fünf Stunden auch nicht mehr ankommen, denn: Windows 7 RTM ist für MSDN-Subscriber veröffentlicht worden und steht zum Download bereit. Und selbstverständlich will es alle Welt auch gleich herunter laden.

Dementsprechend dürfte eine Bildschirmanzeige wie diese derzeit auf vielen Computern zu bewundern sein:

sshot-5

Geduld, nur Geduld…

#Virtuelles Leben: #Kaputt gemacht

Oh je, wenn es geschieht, merkt man erst mal, wie sehr man sich in kurzer Zeit daran gewöhnen kann: Twitter ist gerade nicht erreichbar – nicht per WLAN, nicht über das T-Mobile-Netz. Und schon fühlt man sich abgeschnitten vom Rest der Welt.

Es ist faszinierend zu beobachten, wie sehr sich die Kommunikation auf soziale Netzwerke ausrichten kann. Zwar habe ich – wie auch Andere – noch diverse Messenger-Accounts, aber die dienen eher der bidirektionalen Kommunikation und sind ungeeignet, um einfach nur mal "in die Masse" zu kommunizieren, also einen Spruch zu machen, Dampf abzulassen oder sich schnell mal für ein paar Sekunden abzulenken. Interessant, wie sehr dieses Massenkommunizieren zur Gewohnheit wird und wie schnell dabei das gute Gefühl wächst, mit Menschen in unverbindlichem aber (wenn gewünscht) ständigem Kontakt zu stehen, die man sonst nur alle paar Jahre mal trifft oder denen man eben auch nie über den Weg läuft.

Gleiches gilt für – das zumindest bei mir vorhandene – Informationsbedürfnis. Ich nutze intensiv meine RSS-Abonnements von Webseiten und empfand das in der Vergangenheit als schnellsten und effektivsten Weg, informiert zu bleiben. Das hat sich mit Twitter geändert – hier kann ich bei bestimmten Nachrichtenkanälen noch schneller informiert sein, nur über einen kurzen Anreißer und einen Link. Wohlgemerkt, ich meine nicht den ganzen Krempel, der ständig retweetet wird, sondern meine "normalen" Nachrichtenquellen, die so eben nicht stündlich, sondern fünfmenütlich aktualisiert werden. Das hat was von Live-Ticker.

Inzwischen habe ich mich an diese Form der Kommunikation gewöhnt – knapp 2.000 Tweets sprechen eine deutliche Sprache. Sie ist nicht unverzichtbar (wenn ich Stress habe, ist Twitter das erste Medium, das ich nicht mehr beachte), aber sie entspricht meinen Kommunikationsgewohnheiten (mich im Schnellüberblick informieren und dann in Ruhe lesen, kurz mal einen Spruch machen oder mich eben mal für ein paar Minuten auch nur unterhalten lassen). Insofern wäre es jetzt ein guter Zeitpunkt, Twitter wieder anzuschalten.

Bitte.

Update (07.08.2009, 18:27 Uhr): Danke.