#Geschichte: 9. Oktober 1989
Ein historisches Datum, dieser neunte Oktober 1989.
Wenn Mut über Angst siegt, dann können Dinge ins Rollen geraten, von denen man in der Form keine Vorstellung hatte. So geschehen im September / Oktober 1989 überall in der DDR, speziell aber in Leipzig, wo allein am 9. Oktober 1989 mehr als 70.000 Demonstranten gegen das herrschende System, die Ausspitzelung und für mehr Demokratie und Freiheit auf die Straßen gingen.
Montagsdemonstration am 16. Oktober 1989 in Leipzig, Quelle: Wikipedia
Die bis dahin größte Montagsdemonstration markierte eine echte Zäsur, denn hier wurde der Sprung zur Massenbewegung geschafft – und während am 7. Oktober die Sicherheitskräfte noch brutal durchgriffen, gab es diesmal keine Eskalation der Gewalt. Zusätzlich wurde den DDR-Sicherheitskräften von Seiten der sowjetischen Truppen im Lande bedeutet, dass es kein gewaltsames Eingreifen gäbe. Damit waren den Protesten Tür und Tor geöffnet und die Implosion des Staates begann.
Der Rest ist Geschichte: Die Montagsdemonstrationen wurden immer größer, die Staatsratsführung trat zurück, am 4. November gab es die Riesen-Demonstration auf dem Alexanderplatz in Berlin, an der – je nach Quelle – zwischen 500.000 und 1.500.000 Menschen teilnahmen (letzteres wären fast 10% der verbleibenden Einwohnerschaft des Landes gewesen). Später folgten runde Tische, die Abwicklung der Staatssicherheit, die freien Wahlen im März und letztlich die Selbstauflösung der Deutschen Demokratischen Republik am 3. Oktober 1990.
Begonnen hat es alles mit vielen kleinen Aktionen in verschiedenen Städten und Dörfern der DDR. Getragen wurde es von Mut, Veränderungswillen und Freiheitsdrang. Insofern steht der 9. Oktober 1989 symbolisch für diesen Willen zur Veränderung und zur Freiheit, der heute leider scheinbar abhanden gekommen ist.