#Respekt: Die wichtigen Dinge

Lassen wir mal den ganzen Quatsch beiseite: Es gibt im Leben viel wichtigere Dinge als Politik, Sport, Geld. Liebe, Familie und Freunde sind es, die ein Leben wirklich lebenswert machen.

Um so schlimmer ist es, wenn selbst diese Dinge nicht mehr genug sind, und Menschen die einsame Entscheidung treffen, sich selbst das Leben zu nehmen. Schlimm für sie, noch viel schlimmer jedoch für die Hinterbliebenen und die eventuell anderweitig Beteiligten.

Es ist für mich deshalb äußerst schockierend und auch unfassbar, wenn sich ein Mensch das Leben nimmt. So, wie gestern im Falle von Robert Enke, dem Torwart von Hannover 96 geschehen. Er ließ sich von einem Zug überfahren – und stürzte damit Lokführer, Rettungskräfte, seine Frau, seine adoptierte Tochter und viele, viele andere Menschen in Verzweiflung und tiefe Trauer.

Was muss einen Menschen treiben, der so alles hinter sich lässt? Wie viele seelische Qualen muss dieser Mensch gelitten haben, wenn er sich dafür entscheidet, seine geliebten Menschen zurück zu lassen? Nein, mich interessiert nicht, dass es sich um eine Berühmtheit handelt, sondern die Frage ist bei jedem Selbstmord zu stellen. Und auch die Erschütterung sollte bei jedem Selbstmord die gleiche sein.

Ich bin tief getroffen. Und ich fühle mit der Familie und den unschuldig Beteiligten.

Vielleicht sollten wir uns doch manchmal mehr auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren.

3 Comments so far

  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Ken Kosmowski, Karsten Samaschke erwähnt. Karsten Samaschke sagte: #Respekt: Die wichtigen Dinge: Lassen wir mal den ganzen Quatsch beiseite: Es gibt im Leben viel wichtigere Din.. http://bit.ly/bQ4GO [...]

  2. Thomas on November 11th, 2009

    Mal abgesehen von der persönlichen Tragik des Einzelfalls und seiner Vorgeschichte finde ich es, man traut es sich ja heute kaum zu sagen, eine Schweinerei in jeder Hinsicht, sich vor einen Zug zu werfen. Das ist ne zimelich egoistische Scheiße, wenn man bedenkt was man damit den Leuten im Zug und vor allem denen antut, die einen dann von den Schienen kratzen müssen.

    Das gilt auch für andere Formen des Suizid – ich nehme z.B. dem Arschloch, das vor 4 Jahren vor meinem Fenster aus dem 5. Stock auf die Straße gesprungen ist, die Aktion immmer noch übel. Habe Wochen gebraucht um über den Anblick hinweg zu kommen.

    Ansonsten: R.I.P. Robert – ich hoffe, dass das den Verantwortlichen im Fußballgeschäft die Augen öffnet, denn so wie auch andere Fälle zeigen (Deisler, Simak) ist diese Krankheit längst keine Ausnahme mehr.

  3. Martin on November 11th, 2009

    Ich stimme Dir in allen Punkten zu und möchte noch etwas zu dem Kommentar von Thomas sagen:

    Sensibilisierung im Fußballgeschäft ist ganz sicher notwendig. Rein statistisch gesehen müsste es neben depressiven Profis auch noch eine Reihe von homosexuellen Fußballspielern geben.

    Klar ist, dass man weder mit der Diagnose Depression hausieren geht, noch “auf Teufel komm raus” sein Outing in die Welt bläst. Den meisten Fußballfans kommt es aber eben nicht in den Sinn, dass es auch schwule Spieler in ihrem Lieblingsclubs geben könnte.
    So tragisch der Tod von Robert Enke auch ist, vielleicht regt es den einen oder anderen zum Nachdenken an.