Archive for März, 2010

#Buchempfehlung: Ein König für Deutschland

Man stelle sich folgende Situation vor: Zur Bundestagswahl 2009 gewinnt die VWM, die Volksinitiative zur Wiedereinführung der Monarchie, mit verfassungsändernder Mehrheit und beginnt damit, einen König, Simon König, zu krönen. Undenkbar?

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Andreas Eschbach beschreibt in seinem äußerst lesenswerten Buch genau diese scheinbar undenkbare Situation. Ausgelöst wird sie durch manipulierte Wahlmaschinen. Um zu beweisen, dass die Wahlmaschinen manipuliert sind, überlegen sich Simon König und seine Gefährten einen aussichtslosen, nur mit Hilfe der manipulierten Wahlmaschinen umzusetzenden Plan: Sie fordern die Wiedereinführung der Monarchie in Deutschland.

Klingt das unmöglich und undenkbar? Mag sein, aber Andreas Eschenbach zeigt auf, was so gefährlich am Einsatz von Wahlmaschinen ist und wohin uns blinder Fortschrittsglaube führen kann.

Gerade als Techie und Programmierer kann ich sämtlichen Aussagen in diesem wirklich lesenswerten Buch nur zustimmen.

Absolute Kaufempfehlung.

Erhältlich u.a. bei Amazon.de.

#Aua: “Heim-Adresse” statt “Heimat-Adresse”

Das kommt davon, wenn man zu viel Englisch denkt: Dann wird aus der “Heimat-Adresse” (Home-Address) mal eben schnell die “Heim-Adresse”….

Ich sollte vielleicht irgendwie besser Urlaub nehmen. Und dabei in jedem Fall auch meine richtige Adresse angeben: Meine Heim-Anschrift Heimat-Anschrift. :-)

#iPhone-Applikation EnergyCheck online

Gestern Abend ging im iPhone-App-Store die Applikation “EnergyCheck” für die Deutsche Energie-Agentur (dena) online. Diese implementiert einen anpassbaren Energie-Vergleich für Lampen, ein paar Energiespartricks und eine Checkliste für das Sparen von Energie.

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Umgesetzt wurde die Applikation für die schnittsteller, eine Berliner Agentur, mit der ich regelmäßig und sehr gerne zusammenarbeite.

Mal abgesehen davon, dass man den Implementierer kennen mag: Mit der Applikation kann man echt Geld sparen.

#Mobiles Leben: Windows Mobile ist tot…

…lang lebe Windows Phone 7 Series. Ich habe mich jetzt die letzte Tage aus Programmierersicht sehr intensiv mit Windows Phone 7 Series auseinandersetzen können und habe dabei zwei für mich sehr wesentliche Beobachtungen gemacht.

  1. Die neue Plattform hat tatsächlich das Potential, dem iPhone Paroli zu bieten und es in wesentlichen Punkten zu übertreffen. Wir sprechen hier nicht von Hardware, sondern von Software – die Geräte, die dann so ab Ende des Jahres erhältlich sein dürften, sollten ihr Übriges tun können, um diesen Eindruck zu untermauern. Nein, es geht um Usability, Integration von Features und letztlich natürlich auch um Optik – alles drei Bereiche, in denen die noch aktuelle Vorgängerplattform schon längere Zeit nicht mehr glänzen konnte. Hier hat Microsoft nicht einen Stein auf dem anderen gelassen, ich bin von dem, was ich sehen konnte, extrem angetan.
  2. Die Zielgruppe ist eine komplett andere als bisher. Statt Entwickler, Geschäftsleute und große Firmen, sind es nun “normale” Menschen, an die sich das Telefon richtet. Es ist ganz offensichtlich, dass Smartphones den Einzug in den Mainstream geschafft haben und das die Zukunft im mobilen Bereich liegt, denn anders als PCs sind smarte Geräte, die ständig mit dem Internet verbunden sind, immer dabei und immer zu Diensten. Das eröffnet auch als Geschäftsmodell ganz andere Möglichkeiten.

Für mich besonders wichtig: Beim Bestreben, sich neu zu erfinden und die Plattform komplett neu aufzustellen, hat Microsoft dabei die Entwickler nicht vergessen: Ich fühle mich ernst genommen, ich sehe, welche Möglichkeiten sich hier auftun und ich habe den Eindruck, dass die Firma aus Redmond diese Chance nutzen möchte, und zwar sowohl beim Endkunden, als auch beim Entwickler.

Das bedeutet dann für mich: Ich werde mich zukünftig sehr in diesem Bereich engagieren und dort meine Kenntnisse und Fähigkeiten einbringen. Entwicklungstechnisch ist Windows Mobile für mich jetzt endgültig tot, die Zukunft gehört Windows Phone.

#Tipp: Datenzugriff und Kommunikation in den USA

Wer schon mal in den USA war, kennt das Problem: Datenzugriff ist sauteuer (mehrere EUR pro MB an Daten). Die billigste Möglichkeit, mit einer deutschen SIM-Karte in den USA zu vertretbaren Kosten online zu gehen, sind die Websessions von Vodafone, die aber auch 29,95 EUR je 50 MB und Tag kosten. Also auch nicht finanzierbar. Gleiches gilt für Sprache und SMS – Minutenpreise von 1,29 EUR und mehr (meist deutlich mehr) treiben einen schneller in die Pleite, als man denkt.

Die Lösung für dieses Dilemma besteht im Kauf einer US-Prepaid-Karte. Neben dem Ausnutzen irgendwelche T-Mobile-USA-Sicherheitslücken gibt es von AT&T eine Löung, die es zumindest erschwinglich und kalkulierbar macht, in den USA online zu gehen und nach Deutschland zu telefonieren: Die GoPhone-Prepaid-Karte.

Um diese sinnvoll zu nutzen, ist folgende Vorgehensweise notwendig:

  • Man kaufe sich die Karte bei einem deutschen Zwischenhändler oder über eBay (ich habe sie über SIM-Bee gekauft, da war sie in kürzester Zeit da).
  • Man aktiviere die Karte schon von Deutschland aus (http://www.wireless.att.com/activations/)
  • Man lade ein geeignetes Guthaben auf die Karte (wenn man Daten nutzen möchte, sollten es mindestens 25$ sein), das kann man unter http://www.myprepaidrefill.com/ erledigen.
  • In den USA angekommen, kann man direkt telefonieren und SMS schreiben.
  • Möchte man online gehen, benötigt man ein Datenpaket mit 100 MB, das mit 19,99$ nicht wirklich billig, aber zumindest kalkulierbar ist. Dieses kann man unter der Kurzwahl 611 direkt von seinem Telefon aus buchen, man muss einfach den Ansagen folgen ("Buy Features" > "Data packages" > "Right" > "100 Megabytes" > "Buy it")
  • In aller Regel muss man nix mehr einstellen, es kann jedoch sein, dass der APN gesetzt werden muss. Dieser muss wap.cingular sein (oder die Auswahl "dynamisch" muss getroffen werden), damit es funktioniert.
  • WICHTIG: Wenn das MediaNet-Guthaben erschöpft ist, wird per MB abgerechnet, und zwar so lange, bis das Guthaben alle ist. Eine Warnung erfolgt nicht.

Das war es dann aber auch. Sobald der APN gesetzt ist und das Paket zur Verfügung steht, ist man in den USA per AT&T online. Bei meinem Motorola Milestone geht nur EDGE als Geschwindigkeit, aber zum Surfen, Chatten, Mailen und für die diversen sozialen Netzwerke reicht die Geschwindigkeit allemal aus.

Kleiner Tipp für alle Milestone- (und Android-) Benutzer: Unter "Einstellungen" > "Drahtlos und Netzwerke" > "Mobile Netzwerke" > "Zugangspunkte"  einen neuen Zugangspunkt anlegen, keinen APN-Namen vergeben und das Menü anschließend einfach per Home-Taste verlassen.

Geschrieben über AT&T, das Motorola Milestone, mein Thinkpad X200 Tablet und Bluetooth-Tethering aus den USA. :-)

#Apple: Akku-Skepsis

Mein MacBook Pro ist jetzt etwas mehr als  1,5 Jahre alt. Ich betreibe es mit mehreren Akkus, damit ich auch unterwegs für längere Zeit in den Genuß von Apples Hochtechnologie kommen kann.

Bedenklich finde ich allerdings, dass der Akku, den ich mit dem Gerät erworben habe, inzwischen nur mehr ungefähr 3.700 mAh Leistung hat (die Nennleistung liegt bei 5.600 mAh). Das macht in eineinhalb Jahren einen Leistungsverlust von etwa einem Drittel. Dem kann ich durch einen neuen Akku problemlos begegnen.

Aber es stimmt mich enorm nachdenklich, wenn ich an einen Nachfolger für mein MacBook Pro denke, der sicherlich in diesem oder dem nächsten Jahr zum Kauf ansteht. Ich glaube kein Stück den Werbeversprechen von “bis zu sieben Stunden” Akkulaufzeit – nicht, wenn man Entwickler ist und alle paar Minuten neu kompiliert oder eine VM ausführt. Und ich befürchte ebenfalls, dass ich mit meinem Nutzungsverhalten nicht sonderlich akkuschonend bin. Insofern kann man davon ausgehen, dass auch ein neues MacBook Pro nach etwa eineinhalb Jahren einen Gutteil seiner nominellen Akkukapazität eingebüßt haben wird. Nur kann man dann nicht einfach mal das Gerät herunterfahren und den Akku austauschen. Oder für 100,00 EUR die Laufzeit verdoppeln. Und eine Gesamtlaufzeit von vielleicht drei Stunden ist mir zu wenig, wenn ich an lange ICE-Fahrten oder Flüge denke.

Das alles stimmt mich ziemlich skeptisch, gerade weil mein nächster Rechner eigentlich wieder ein MacBook Pro sein sollte.

Hat da jemand mit den neuen Unibody-MacBooks schon Erfahrungen sammeln können?

#Virtuelles Leben: Real vs. virtuell

Mein MacBook Pro verfügt seit kurzem wieder über eine Bootcamp-Partition, die ich innerhalb von Parallels auf dem OS X auch nutze, was interessanterweise subjektiv schneller läuft, als die zuvor eingesetzte Virtuelle Maschine. Das ist aber gar nicht der interessante Punkt, sondern man sehe sich einmal die Leistungsbewertung von Bootcamp-Windows und der virtuellen Bootcamp-Parallels-VM an.

Hier die reale Maschine:

Leistungsinformationen und -tools (3)

Logisch, das ist ein MacBook Pro von 2008 mit 6 GB RAM, der sollte schon angemessen Power haben.

Dazu im Vergleich die virtuelle Maschine (die reale Bootcamp-Partition innerhalb von Parallels Desktop 5 ausgeführt):

Leistungsinformationen und -tools

Die sieht auch nicht schlecht aus, fällt aber natürlich in jedem Bereich ab.

Ähm, Stop.

Die fällt gar nicht in jedem Bereich ab: Die primäre Festplatte hat hier einen Leistungsindex von 6,3. In der realen Umgebung hat sie “lediglich” einen Leistungsindex von 5,9. Irgendwie verwirrend.

Auf der anderen Seite muss man aber auch festhalten: Für das, was ich mache (Entwicklung mit .NET und Java), ist der Unterschied in den verschiedenen Leistungsbereichen zu vernachlässigen. Klar, die VM ist definitiv etwas langsamer, aber beschweren kann man sich nicht.

Insofern bestätigt sich mal wieder die Aussage, dass bei modernen Virtualisierern und einem ausreichend gutem Systemausbau (SSD oder zumindest 7.200er Festplatte, viel RAM) auch in einer VM genügend Leistung zur Verfügung steht.

Dennoch bleiben die 6,3 gegenüber den 5,9 durchaus verwirrend.

#Wahres Leben: Meine Bank(en)…

Als Selbstständiger verfüge ich über mehrere Konten, zu denen unter anderem ein Geschäftskonto bei der Postbank und ein Privatkonto bei der Berliner Sparkasse gehören. Beide Banken haben mir in den letzten Wochen deutlich gezeigt, warum ich seit Jahren dort Kunde bin und es auch bleiben möchte.

Postbank

Es geschieht mir alle paar Jahre mal wieder, dass ich zu blöde bin, Geld ans Finanzamt korrekt zu überweisen – einmal hing eine Null zu viel dran, diesmal habe ich aus eigenem Verschulden heraus eine sehr große Summe doppelt überwiesen. Bei einer Überweisung gilt: Weg ist weg, speziell dann, wenn es sich beim Zielkonto um ein Konto bei der eigenen Bank handelt. Doof nur, wenn man das macht und anschließend das Guthaben auf dem Konto nicht mehr ausreicht, um weitere Ausgaben abbuchen zu lassen, die recht kurzfristig anstehen. Also habe ich beim Geschäftskundenservice angerufen und innerhalb von weniger als 36 Stunden hatte ich einen ordentlichen Kontokorrentkredit eingerichtet und freigeschaltet. Ebenfalls wurden die bis dahin aufgelaufenen Abbuchungen geduldet und nicht eiskalt zurück überwiesen. Sehr angenehmes Handling, inklusive des Rückrufs der Betreuerin mit der Mitteilung, das nun alles eingerichtet sei. Und sind wir mal ehrlich: Innerhalb von 36 Stunden wäre mir das Geld bei einer Überweisung von einem Konto bei einer anderen Bank in aller Regel nicht gutgeschrieben worden. Hier also ganz klar: Schnell und unbürokratisch.

Berliner Sparkasse

Das die Sparkasse in jedem Fall schnell und vor allem unbürokratisch handelt, kann man leider nicht sagen. Aber – und das ist mir ebenso wichtig – sie sind total ehrlich und gestehen Fehler ein, wenn sie passieren. So geschehen heute früh, als ich nach einer Anfrage, warum eine Kreditkarte nicht mehr funktionieren würde, die offene Mitteilung bekam, dass man sich da vertan hätte, den Fehler bedauere und die Karte nun innerhalb weniger Stunden wieder freigeschaltet sei. Keine Ausreden, kein Abwälzen der Schuld, einfach die Wahrheit. Und das ist bei der Berliner Sparkasse nicht das erste Mal, das Fehler direkt eingestanden werden. Das finde ich wiederum enorm gut (nein, nicht das Fehler passieren, aber am anderen Ende sitzen auch Menschen) und das stärkt mein Vertrauen in diese wenig glamouröse Bank, die nicht umsonst schon die Hälfte meines Lebens meine private Hausbank ist – auch, wenn die Kontoführung Geld kostet.

Aus genau diesen Gründen beteilige ich mich nicht mehr an der Hatz nach dem günstigsten Girokonto, sondern bleibe – vom Kontostand abgesehen ;-) – Traumkunde meiner Banken: Treu und positiv ihnen gegenüber eingestellt. Ich habe es bei anderen Banken (Dresdner Bank) auch schon komplett anders herum erlebt.