#Leben: So schnell kann es gehen…
Ich bin heute arg durch den Wind, denn heute früh durfte ich etwas beobachten, was mich sicherlich noch ein paar Tage beschäftigen und nicht sonderlich gut schlafen lassen wird: Ein Radfahrerin wurde direkt vor meinen (und Johannes) Augen angefahren.
Ein Klassiker, den man jedem Kind beibringt: Schau nach links und rechts, bevor Du über die Straße gehst oder fährst. Wir Erwachsenen halten uns oft nicht dran, schauen nur kurz und gehen davon aus, dass schon nix passieren wird. Heute früh habe ich gesehen, wie schnell sowas schief laufen kann:
Es war gegen 7.45 Uhr, ich war gerade mit dem Großen auf dem Weg zur Schule und stehe an einer kleinen Kreuzung, wollte von mir aus gesehen nach links abbiegen. Ich kam von der Nebenstraße, gegenüber war ebenfalls eine Einmündung einer Nebenstraße und auf der Hauptstraße war etwas Verkehr. Mir gegenüber wartete eine Radfahrerin, um die Straße zu überqueren. Als die Straße frei war, schaute sie – von sich aus gesehen – kurz nach links und danach geradeaus auf mich, ob ich losfahren würde. Ich wartete, sie wartete noch einen kurzen Moment und fuhr dann los. Sie hatte jedoch nicht nach rechts geschaut und das Auto, das von dort mit etwa 30-40 km/h gefahren kam, nicht gesehen. Niemand konnte so schnell reagieren – das Auto konnte nicht mehr bremsen (wäre auch sinnlos gewesen, die Straße war feucht), sie war zu erschrocken und ich konnte auch weder hupen, noch sonst wie reagieren.
Es war wie in einem Film: Das Auto erwischte sie frontal, sie flog etwa zehn Meter durch die Luft und landete auf der Gegenfahrbahn, die zum Glück in diesem Moment leer war. Ich habe noch gesehen, dass sie offensichtlich mit dem Leben davon gekommen ist, denn sie konnte sich aufsetzen – mindestens ein paar Brüche dürfte sie aber davon getragen haben. Da sofort mehrere Personen bei ihr waren, habe ich mich um meinen Großen gekümmert, dem es aber besser als mir ging (man merkt an der Schreibe, dass ich immer noch ziemlich durch den Wind bin).
Ich nehme von dieser Sache mehrere Dinge mit:
- “Es” kann sehr viel schneller geschehen, als man denkt.
- Ein Fahrradhelm ist extrem sinnvoll (sie schlug hart mit dem Kopf auf und trug einen Helm).
- Die Wucht eines Autos bei 30 oder 40 Stundenkilometern ist brutal.
- Man sollte immer noch einmal mehr schauen, ob die Straße wirklich frei ist.
Ich wünsche der Radfahrerin, das ihr nix ernsthaftes passiert ist und mir und meinem Großen wünsche ich, das wir so etwas nie wieder erleben müssen. Ich denke, ich werde zukünftig etwas anders Auto fahren.
Comments(3)
Man unterschätzt oft die Geschwindigkeiten (und damit die Konsequenzen) als Autofahrer. Wer fährt bei freier Sicht nicht 40-50 in ner 30er Zone!? Aber wehe es springt dann doch mal jemand vors Auto, oder fährt, wie in dem Fall. Kann da jedem nur ein Fahrtraining beim ADAC empfehlen, nicht nur wg. des Übens des Ausweichens, sondern weil man dort auch eindrucksvoll den unterschied zw. 30, 50 und 70 km/h demonstriert bekommt.
Ich würde übrigens mit deinem Kind intensiv darüber reden, damit er das nicht irgendwie falsch abspeichert – aber das weißt du 100% besser als ich.
Gruß
Habe das ja schon im Twitter bei Dir gelesen.
Daß schlimme daran ist, daß man als Berliner Autofahrer in der innenstadt pro Fahrt mehrere solcher Ereignisse hat, daß ein Fahrradfahrer sich vorkommt, als sitze er in einem Panzer und entsprechend unvorsichtig fährt.
Schlimm gelaufen, was da passiert ist, aber letzten Endes ein Wunder, daß nicht mehr Unfälle passieren.
Regards,
Zif
@Thomas: Klar, das werden wir besprechen, ich will ihn damit auch nicht alleine lassen. Ich denke aber, dass er das besser wegstecken kann, als ein Erwachsener. Schaun mer mal. :-/
@Zif: Klar, sehe ich in der Stadt ähnlich. Hier war es aber eine Frau so um die 45-50 Jahre, die ist eigentlich nicht hektisch und chaotisch gefahren – die hat einfach nicht nach rechts geschaut. Wäre also nicht der ganz typische Fall, aber er zeigt ganz deutlich, welche Gewalten da wirken.