Das war irgendwie eine spannende Sache, die Wahl in Berlin. Das Ergebnis ist noch nicht endgültig, aber es lassen sich einige Dinge bereits festhalten:
- Die Nazis sind weiterhin nicht im Abgeordnetenhaus vertreten
- Die FDP ist komplett marginalisiert und noch schwächer als die Nazis
- Die Linke hat etwa 1-2% verloren und wird wohl nicht mehr im Senat vertreten sein
- Die Grünen haben etwa 5% gewonnen, sind aber – gemessen an den eigenen Ansprüchen und den eigenen Vorstellungen – definitiv nicht der Wahlgewinner
- Die CDU hat leicht gewonnen
- Die SPD hat leicht verloren
- Die Piraten mischen den Senat auf und liegen gerade irgendwo im Bereich um 8-10%
Alles in allem kann man mit dem Ergebnis leben. Schade, dass es für Rot-Rot nicht mehr reicht, gut, dass die Schwarzen weiterhin nicht an der Macht sind.
Mein absoluter Wahlverlierer sind die Grünen: Wer sich heute deren Rhetorik angehört hat (“Die Koalition des Stillstands ist abgewählt”), der fühlte sich schon sehr stark an die CDU-Rhetorik (“Die Koalition des Stillstands ist abgewählt”) erinnert. Wirklich überraschend ist das nicht, sind die Grünen doch mittlerweile nix mehr eine anders eingefärbte CDU mit ökologischen Akzenten.
Der Gewinner der Wahl sind für mich die Piraten, nicht nur in Zahlen, sondern alleine schon wegen der Präsentation: Erfrischend natürlich, manchmal stammelnd und stockend, aber einfach authentisch. Das ist wirklich schön zu sehen, und es bleibt zu wünschen, dass sie es in den kommenden fünf Jahren schaffen, sich eine Basis zu schaffen und dies mit Arbeit zu unterfüttern. Damit wäre auch zukünftig gewährleistet, dass die marginalisierte FDP genau das bleibt, was sie ist: Überflüssig und draußen.
Ich für meinen Teil sehe den heutigen Tag mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Weinend, weil es für Rot-Rot nicht mehr reicht, lachend, weil die Piraten mit ihren Anliegen (Transparenz, Grundeinkommen, kostenloser Nahverkehr) den Einzug in das Abgeordnetenhaus geschafft haben.
Und als nächstes: Ab zur Bundestagswahl. 