COFFEESHOP: McCafe vs. Balzac vs. Starbucks

Nee, was habe ich mich über diese Vorlage vom Kollegen von der Administrationsfront gefreut: Der fragt sich doch tatsächlich, ob er mich irgendwann im McCafe erwischen würde.

Kurze Antwort: Sicher doch. Wenn die Hölle zufriert.

Lange Antwort: McCafe ist der jüngste Spross des Kronjuwels amerikanischer Gastfreundlichkeit, McDoof McDonalds. Die richten nämlich in ihren “Restaurants” behagliche Ecken ein, in denen besser gekleidetes Personal Kaffeespezialitäten verkauft. Der Begriff “Kaffeespezialitäten” ist dabei aus dem Sprachgebrauch von McDonalds entlehnt – mir würde er nicht ernsthaft in den Sinn kommen. Zwar ist es so, dass die Qualität des Kaffees deutlich besser geworden ist, aber verglichen mit echten Coffeeshops – etwa Balzac oder Starbucks – ist man doch sehr viel näher an der Bäcker-Brühe, denn am richtigen Geschmack dran.

Ein kurzer Vergleich aus dem Kopf heraus soll dies verdeutlichen:

McCafe
Der Kaffee (Caffe Latte) schmeckt industriell. Er ist weder besonders aromatisch, noch in irgendeiner Form speziell. Das Beste ist noch der Preis: Irgendwas um drei Euro legt man für eine große Portition (grande, cirka 450-500ml) hin. Dazu kommt: Es ist bei aller Umdekorierung nach wie vor ein McDonalds. Mit dem entsprechenden Publikum, dem entsprechenden Geruch und der entsprechenden Lautstärke. Nö, das muss nur sein, wenn nix anderes in der Gegend offen hat.

Lieblings-McCafe: Keiner.
Lieblings-Kaffee: Keiner.
Lieblings-Essen: *ROTFL*

Balzac
Der Kaffee (Caffe Latte) schmeckt kräftig. Er hat einen dunklen Geschmack und ist empfehlenswert. Ein Grande Latte kostet um 3,20 EUR, im Becher sind dann zwischen 450-500ml. Die Coffeeshops sind in dunklen Tönen gehalten, es gibt angenehme Hintergrundmusik, das Publikum ist in aller Regel intellektueller angehaucht, als dies bei den Konkurrenten der Fall ist, da die Coffeeshops eben nicht McDoof oder Starbucks heißen. Leckere Spezialitäten und seit April 2007 gibt es ein generelles Rauchverbot. Leider mangelt es etwas am Service (nicht an der Freundlichkeit oder dem Personal!): Es gibt keine Sleeves für die Kaffeebecher (man verbrennt sich also stets die Pfoten) und WLAN ist leider nicht standardmäßig verfügbar. Aber: Die Zuckerportionen sind groß und das Personal sehr freundlich.

Lieblings-Balzac: Schönhauser Allee, Berlin.
Lieblings-Kaffee: Grande Latte Extra Shot (3,80 EUR).
Lieblings-Essen: Tomate-Mozzarella-Bagel (3,50 EUR).

Starbucks
Das Original! Abgesehen vom Markennamen gibt es gute Gründe, hier mal vorbei zu schauen. Der Kaffee (Caffe Latte) schmeckt eher fein. Er hat einen hellen Geschmack und ist definitiv sehr lecker. Ein Venti Latte (irgendwas um 620ml) kostet 3,80 EUR. Die Läden sind weltweit identisch eingerichtet – Brauntöne und Stoffsessel dominieren die Szene. Die Musik ist angenehm, wiederholt sich allerdings häufiger. Im Starbucks gab es schon immer ein Rauchverbot. Das Publikum ist quer durch den Gemüsegarten gemischt – Jung und Alt lassen sich halt von der Werbung einlullen. Der Service stimmt: WLAN und Sleeves gibt es fast immer, im Zweifelsfall muss mal nachgefragt werden. Negativ: Die Zuckerportionen werden immer kleiner.

Lieblings-Starbucks in Berlin: Hackescher Markt
Lieblings-Starbucks am Alex: Starbucks unterm Fernsehturm
Lieblings-Starbucks International: Original-Starbucks in Seattle am Pikes Market
Lieblings-Kaffee: Venti Creme Brulee Latte ohne Sahne (nur Weihnachtszeit, 4,90 EUR), sonst Venti Triple-Shot Latte (4,30 EUR)
Lieblings-Essen: Ham & Cheese-Baguette.

Reihenfolge
Müsste ich wählen, wäre meine Reihenfolge: Starbucks sehr knapp vor Balzac (hauptsächlich wegen des fehlenden WLANs) und dann lange nix. Dann lange nix, eine Weile garnichts und dann wieder nix. Dann die Bäcker-Kaffees und dann lange nichts. Dann wieder nichts und nochmal nichts. Dann irgendwann McCafe sehr knapp vor den Tankstellen-Kaffees.

Über andere Coffeeshops berichte ich mal bei Gelegenheit. Liebe Grüße aus dem Starbucks.

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